IRRTÜMER TRADIERTER KLAVIERSPIELTECHNIKEN

19149_101635676535722_558690_nWas bedeutet heute gut Klavier zu spielen? Womöglich mehr als je zuvor in der 300jährigen Geschichte des Klavierspiels. Dies ergäbe sich zumindest schon aus dem unter Pianisten weit verbreiteten Irrglauben heraus, niemals zuvor die Technik des Klavierspiels soweit entwickelt war, wie zur jetzigen Zeit.  Und weiter: Früher hätten die Pianisten zwar musikalischer gespielt, jedoch nicht über eine so ausgefeilt saubere Technik verfügt, wie es sich heute für Viele angeblich darstellt.   Ich teile diese Ansicht keinesfalls und meine: Die Klavierpädagogik und pianistische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat ihren eigene Fortschritt schlichtweg verpasst. Verbreitet und tradiert werden im Gegenteil die mannigfaltigsten Spielweisen, vor allem deren grundsätzlichen Irrtümer und festgefahrenen Unarten. Die Gefahr und Möglichkeit ungewollt eine falsche Technik zu erwerben, hat sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich stark gesteigert. Diesem Unglück ausgeliefert, merkt es ein Studierender ja nicht sogleich, sondern oft erst sehr viel später. Zudem ist das praktische Vermögen, fälschliche Spieltechniken in richtige Bahnen lenken zu können für die meisten Ausbilder immer noch wie ein Buch mit sieben Siegel. Musikhochschulen gelten nicht selten als  Hauptvertreiber dieser Irrtümer.  Den Rest erledigt dann das gnadenlose Konzertbühnengeschäft. Da werden sie dann erst richtig verheizt und so manch großer Klavierkünstler der Vergangenheit mag ein Liedchen davon singen.  Man denke an Glenn Gould oder Friedrich Gulda etc.!  Auch die Musikmedizin mischt inzwischen (wen wunderts?) in diesem heillosen Durcheinander noch kräftig mit – wer nicht?  Die Kunst des Klavierspiels bleibt da auf der Strecke, wie schon gesagt. So ist nun mal unser Kulturbetrieb beschaffen – da geht es meist nur ums Geld. Jeder ist nur an seinem eigenen „Süppchen“ interessiert. Viele Klavierdozenten sind auch Akteure im Kulturbetrieb – und viele pianistische, international längst anerkannte Bühnenkünstler haben an eine der zahlreichen internationalen Musikhochschulen pädagogische Verantwortung für die „persönliche“ Ausbildung von Studenten übernommen. Was nützt aber beispielsweise die Persönlichkeit eines Klavierlehrers, ohne dessen methodisch vermittelbares, rechtes Wissen um das Klavierspiel?  Ich persönlich würde da das rechte Wissen vorziehen und auf eine starke Persönlichkeit meines Lehrers   gerne verzichten wollen. Echte Persönlichkeit formt sich letztendlich nach dem vorhandenen Wissen, bzw. Bewusstsein der Person. Kurz gesagt: Es steht insgesamt schlecht um die Kunst des Klavierspiels, da ihre Ausbilder zum großen Teil die Defizite bewirken, welche sie selbst ehemals von ihren Lehrern unkritisch übernahmen und nun wiederum an ihre heutigen Schüler weiterreichen.  Das nennt man dann irrtümlich falsch tradiert. Es bleibt ein gefährliches Spiel, was aber mit Klavierspiel im richtigen Sinne verstanden nichts gemein haben sollte. Was bedeutet heute gut Klavier zu spielen?  Die Antwort liefern Klavierkünstler-Persönlichkeiten wie  Franz Liszt, Frederic Chopin, Elisabeth Caland, Ludwig Deppe,  Beata Ziegler und Elgin Roth, nur um die Wichtigsten zu nennen, u.a. auch in ihren Buchwerken.                  Isaak. A. de Mask / Klavierexperte

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