Die letzten Vertreter einer goldenen Zeit der Klavierpädagogik haben abgedankt

Mit Leonore Rabl (1929 -2014) ist nun nicht nur symbolisch eine hervorstechende Ära der Klavierspielpädagogik und -methodik zu Ende gegangen – eine gesamte Generation generöser Klavierpädagogen/innen somit endgültig verabschiedet. Was nun – was kommt danach? Keiner dieser Meister wird je ersetzbar sein, wer nimmt es als Besonderheit unserer aktuellen Gegenwart 2014 überhaupt wahr?

Anna Stadler, Friedrich Rabl, Hertha Bier, Prof. Elgin Roth, Leonore Rabl und und ……

001                                Scan_20131226

         Leonore Rabl-Wellenkamp                                                           Friedrich Rabl

Sie widmeten sich ihrer musikpädagogischen Aufgabe mit Herzensblut, bis ins hohe Lebensalter noch mit jugendlichem Spürsinn und reifer Hingabe für das Wesentliche beim Klavierspielen.
Obgleich jede/r ein Individuum für sich, verfügten sie gemeinsam über ein erstaunliches, außerordentlich hohes Maß an methodischem/ pragmatischen Wissen, Bewusstsein. Ihre Botschaften waren immer schon “letzte Siegel der Natur”, die Wiederentdeckung der Einfachheit – für den Pianokünstler das primäre Ziel.

„Inneres Hören“ als musisch künstlerischer Weg des Pianisten lässt keine Zweideutigkeiten zu, lässt sich niemals“machen“, sondern entspringt aus der Empfindungsqualität des danach geschulten Pianisten. Geschehenlassen und ehrliches Empfinden, das ZEN der Pianistik entwickelt hier seine wahren Kräfte. Welche Musikhochschulen dieser Welt tragen dem ausreichend Rechnung so wie es die oben genannten Ausnahmepädagogen des Klaviers zeitlebens getan haben?

Welche Art Ehrung dieser hochgradig qualifizierten Arbeit wurde ihnen denn von öffentlicher Seite zuteil, angesichts ihrer bedeutenden Erfolge? Finden sie heute ausreichend kompetente Erwähnung in den Fachkremien? Nein, unter diesem besonderen Kreis von Klavierpädagogen herrschte alles andere als Profilierungssucht, alles geschah im Stillen und ganz der Sache gewidmet. Nun, diese Ära wird sich nicht wiederholen und die realen Verhältnisse kümmern sich wenig darum. Uns Nachfolgern bleibt als einzige Möglichkeit die Pädagogik, Technik und Spielweise des Erlernten weiter zu erhalten, weiter dafür zu brennen und unsere Schüler bestmöglichst zu unterrichten im Geiste derer, welche uns einmal diese wunderbaren Möglichkeiten in die eigenen Hände reichten.
Leonore Rabl wird allen Musikern, welche von ihren lebendigen Beiträgen in Wort und Tat auch allzeit profitieren durften, stets in dankbarster Erinnerung bleiben.
Sie organisierte noch im höheren Alter gemeinsam mit der Musikschule-Murnau die Zusammenkunft jährlich regelmäßiger Treffen der Pianisten und Klavierlehrkräfte des inneren Hörens.
Es gelang ihr dabei, ehemalige Klavierschüler der legendären Klavierpädagogin Anna Stadler(München) mit den Schülern ihres Ehemannes, dem Klavierpädagogen Friedrich Rabl(Murnau/Hechendorf), der Klavierpädagogin Hertha Bier(Nürnberg)sowie ihre eigenen Schülern unter einem Dach(Kongresshalle Murnau)“zusammenzuführen“.
Von einem dieser wertvollen Treffen stammt der nachstehende Musikbeitrag. Wir gedenken einer wundervoll schlichten und klaren Persönlichkeit, eines wunderbaren Menschen.

Advertisements

2 Gedanken zu “Die letzten Vertreter einer goldenen Zeit der Klavierpädagogik haben abgedankt

  1. Pingback: Die letzten Vertreter einer goldenen Zeit der Klavierpädagogik haben abgedankt | Ein Versuch über die wahre Art das Klavier zu spielen

  2. Leonore und Friedrich Rabl werden den Lesern dieses Blogs in erster Linie bekannt gemacht als feinfuehlig-feinsinnige, stets geduldige Klavierpaedagogen. Was vielleicht weniger und nur wenigen bekannt ist und womit ich diese beiden Paedagogen in ihrer stillen feinen liebenswuerdigen Art in allerbester Erinnerung behalte, das war ihr Engagement und ihre Liebe zur Renaissance Musik. Unvergessen sind all jene Abende, wo Musikfreunde aus Murnau und dem Werdenfelser Land in Rabls Heim zusammentrafen, um fleissig auf Krummhoernern, Renaissance Blockfloeten, Zink, Pommern zu ueben und Kompositionen alter beinahe vergessener Komponisten sowie eine Messe eines alten Meisters vorzubereiten und einzustudieren fuer einen oeffentlichen Auftritt in der Murnauer Kirche. Bewundernswert war die Vielseitigkeit und die Perfektion, mit der die beiden Rabls die verschiedensten Renaissance Instrumente zu handhaben und zu beherrschen wussten. Leonore Rabl und Friedrich Rabl werden uns allen, die wir ihre Schueler waren, ganz herzlich unvergessen bleiben.
    Bernd W. Hausmann

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s