Die Schule des künstlerischen Klavierspiels

Klavierstudenten, welche ihr Musikstudium mit Meisterklasse abgeschlossen haben und als Konzertpianisten ihre Brötchen verdienen wollen,  haben es schwer, da sie sich kurzerhand nicht selten vor unlösbaren Aufgaben des gnadenlosen, unsensiblen Musikmarktes gegenüber sehen. Viele derer, die sich die Zeit nach einem Studium unkomplizierter vorgestellt hatten, müssen nun oft aus eigener Kraft nicht nur einer konkurierenden, fragwürdigen Elite gegenüber sich behaupten, sondern sollten nachgerade jetzt (!) besorgt um ihrer eigene musikalische Weiterentwicklung sein. Die Abgründe unseres “bewährten” Musikbetriebes klaffen hier besonders weit auf. Totale Vorsicht ist geboten! Wer möchte schon gerne in Abgründe stürzen, welche eine/r so nicht vorgesehen hat?   Eine schnelllebige Karriere ist nicht unbedingt vorteilhaft für die Weiterentwicklung der künstlerischen Spieltechnik eines Konzertpianisten – im Gegenteil !    Die Entwicklung der künstlerischen Reife endet ja schließlich keinesfalls an der Schwelle der Musikhochschule, sollte sie auch nicht. Tut sie es vielleicht doch?

Eine der mit Abstand herausragenden Klavierpädagogin in der Geschichte der vergangenen Jahre war zweifellos Anna Stadler. Man bot ihr zunächst eine Professur an, sie lehnte ab mit der Begründung, dort könne sie ihre Arbeit mit den Schülern und Studenten keinesfalls leisten. Das sollte einem zumindest  zu Denken geben!

 

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Gleichzeitig gibt es real da auch noch die eigenen “Abgründe” in Form von noch nicht gelösten, meist spieltechnischen Schwächen, welche all die notwendigen Fragen des reiferen künstlerischen Klavierspiels unablässig heraufbeschwören.    Um diese sollte eine internationale Musikhochschule sich sorgen, doch das kann  und vermag sie nicht wirklich. Anna Stadler war eine der wenigen Klavierpädagoginnen in München, welche mit ihrer Methode jedem Schüler und Studenten eine spieltechnische Möglichkeit an die Hand gab, die ein ganzes Leben lang fortan kontinuierlich reifend sich weiterentwickelte. Wer kann das noch heute? Zählt denn diese Qualität in unserer schnelllebigen Zeit gegenwärtig noch überhaupt?

Ist mit unserem musikalischen Ausbildungssystem etwas nicht in Ordnung? Scheinbar ja, da sich niemand verantwortlich zeigt. Mit Pädagogen-Schelte ist es auch nicht getan. Echte Qualität besitzt eine eigene “Sprache”. Fehlt diese Sprache, dann fehlt auch die Qualität. Wie sollte sie an einer Hochschule gelehrt werden, wo sie doch vielleicht gar nicht existiert? Der Klavierpädagoge Friedrich Maria Rabl stellte  einmal auf die Frage, weshalb Musikhochschulen diese Dinge nicht lehren, die Rückfrage: “Ja, woher sollen sie es denn wissen?” Ja ob sie denn alle dumm an den Hochschulen wären, fragte ich einmal Frau Elgin Roth, Ausnahme-Professorin für Klavier. Die Antwort würde, welche ich verschweige vieles erklären. Doch zurück zum Ausgangspunkt: Wie können wir Musikstudenten vor den Abgründen unseres Musikbetriebs schützen?  Die Antwort lautet, indem wir sie bestens ausbilden!!  – Hier schließt sich wiederum ein Kreis.

(Fortsetzung folgt!)

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Ein Gedanke zu “Die Schule des künstlerischen Klavierspiels

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