Marktplatz der Klavierpädagogik – SPIEL DICH FREI!

WP_20131112_002                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Jeder Klavierlehrer könnte heutzutage ein Lied davon singen –  ein Tohuwabohu der unterschiedlichsten, methodischen Ansätze und Zielorientierungen lassen sich unter näherer Betrachtung auf dem, ach so freien Marktplatz der Klavierpädagogen, zum Beispiel bei Klavier-Meisterkursen oder auch klavierpädagogischen Lehrerfortbildungen ausmachen.  Selbst das unpersönliche Internet quillt schon über von Angeboten verschiedenster Art.  Die eine Methode verspricht Fingerkraft, die andere Methode das absolute Gehör, die dritte wiederum ein ganzheitliches Begreifen der Bewegungsabläufe am Klavier – doch über Allem schwebt der unberührte Geist des “Anything goes!”.

Das Marktgeschrei will kein Ende nehmen, Garantien und vollmundige Versprechungen zur Kunst des Klavierspiels geraten auf Titelseiten der Fachblätter.  Sonntagsredner, viele, darunter Klavierprofessoren, mischen mit wissenschaftlichen Exkursionen immer öfters mit, es findet sich ohne Ende alles Kuriose hier auf dem Super- Market der Klavierausbilder und Pianisten.  Ja, wirklich alles, nach dem hehren Motto: “SPIEL DICH FREI!” – Spassfaktor nicht ausgeschlossen. Theaterkulisse für die Musikmedizin, Yogalehrer, Therapeuten gegen Lampenfieber  u.s.w.  Verstehe, wer wolle!? Orientierungslosigkeit pur!

Im Musikalienladen ergibt sich das gleiche Bild: stapelweise Klavierschulwerke methodisch ungeklärter Herkunft!  Die Druckverlage übertrumpfen sich mit buntesten Layouts der neuesten Ausgaben.  Welche Schule nehme ich??  – Scheinbar sieht so die allerorts hierzulande politisch liberal gepriesene Vielfalt aus –   schöne, neue Klavierwelt.  Die politischen Schraubendreher geben sich in öffentlichen Diskussionen schönredend der Muse wieder zugewandt.  Man möge es ihnen glauben oder nicht –  Muss Vielfalt denn immer mehr Tohuwabohu sein – globalisierter TOHUWABOHU ?? Siehe: „Wo Wissen und Bewusstsein fehlen“!

Unwissen und Täuschung führen zu diesem allgemeinen Zustand heutiger spieltechnischer „Freiheiten“, welche die zugrundeliegend wahre Freiheit zu verleugnen pflegen. Da werden Historie der Pianistik, Klaviermethodik und -pädagogik  zusammenhangslos ausgeblendet, gleichzeitig Spontanität des Spiels verherrlicht und letztendlich mit wahrer Freiheit verwechselt.

Und die Pianisten sagen hierzu wieder einmal nicht das Geringste, sie setzen die falsche Tradition bis auf wenige Ausnahmen auf offener Bühne fort und vollbringen mit wenig Liebe zum Detail ihr jahrzehntelang defizitär erworbene Klavierkunsttechnik mit ihrer Überpersönlichkeit.  Nein, das kann es nicht sein!  Ego-Shooter–Pianistentum verträgt sich nicht mit Innovationsideen und –prozessen fortschrittlicher Pianistik.

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